Informationen:
Hier möchte ich meine persönlichen Ansichten und Erlebnisse mit Hirtenhunden darstellen. Ich bin mir natürlich darüber im klaren, dass diese auch subjektiv gefärbt sind. Menschen, die sich mit der Anschaffung eines solchen Hundes auseinandersetzen, werden hier vielleicht trotzdem den einen oder anderen nützlichen Hinweis finden.

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Was ist überhaupt ein Hirtenhund? Ehe ich wiederhole, was Andere schon ausführlich beschrieben haben, verweise ich auf folgende Internetseiten:

www.hirtenhundewelt.de Dort wird der Begriff, die Geschichte und die Rassenvielfalt dieser Hunde sehr ausführlich und neutral aufgezeigt. Nach meiner Ansicht die beste Zusammenfassung im Internet zur Zeit.

www.maremmano.ch befasst sich mit der Rasse Maremmano. Dabei ist das Herdenschutzverhalten und der Hirtenhund als Familienhund sehr gut beschrieben.

www.sivas-kangal.de konzentriert sich auf den Kangal, bietet hierbei auch Informationen und Hintergrundwissen, dass auf alle Hirtenhunde übertragbar ist.

Fazit für mich: Ein Hirtenhund ist ein äußerst selbstständiges Wesen, dass  von seinen Anlagen her in der Lage ist (und dies auch macht) Entscheidungen selber zu treffen. Eine Dressur wie bei anderen Hunderassen stößt daher auf erhebliche Schwierigkeiten und ist nahezu unmöglich. Natürlich lasst sich ein Hirtenhund auch erziehen, doch diese erfordert sehr viel Geduld, Einfühlungsvermögen, Verständnis und absolute Konsequenz. Das wichtigste jedoch ist eine gute Sozialisierung in der Welpenphase, die bei Hirtenhunden erst im Alter von 8 Monaten abgeschlossen ist. Ist diese bei einigen Hunden nicht gewährleistet (z.B. Hunden aus Tierheimen mit unbekannter Herkunft, oder Welpen aus einer „Hinterhofproduktion“), gehört ein solcher Hund in hirtenhunderfahrene Hände.

Nach meinem heutigen Wissensstand sehe ich folgende Voraussetzungen für die Anschaffung eines Hirtenhundes:

1. Offenheit für die speziellen Eigenschaften dieser Hunde.

Hirtenhunde „leben“ für und mit ihrer Herde. Da wir dazu in der Regel ja keine Schaf-, Ziegen oder         Rinderherde bieten können, müssen wir uns und unsere gesamte Familie als Herdenersatz einsetzen.

2. Die Zeit um sich diesen Hunden widmen zu können.

Aus dem unter 1. gesagten folgt natürlich, dass der Hund auch viel Zeit mit uns verbringen können muss. Ausnahme: Hunde die tatsächlich als Herdenarbeitstiere eingesetzt werden können.
Ein Wegschließen in einem Zwinger, und sei er noch so groß, mit 1-stündigen Spaziergang reicht nicht aus!  Familienanschluss, mit der Möglichkeit sich in der gemeinsamen Wohnung aufzuhalten, gehört dazu.

3. Die Wahrscheinlichkeit und Bereitschaft die Hunde ihr ganzes Leben begleiten zu können.

Der Hund bindet sich an seine Herde/seinem Rudel sehr eng. Das Lebensalter kann ca. 14 Jahre betragen. Je nach Eintrittsalter des Hundes in seine Herde (also bei uns) sollte sich sein Leben auch dort abspielen können. 

4. Ausreichende Platzverhältnisse

Hirtenhunde lebten nun einmal frei mit ihrer Herde. Wir können hier bei uns zwar keine unendliche asiatische Hochlandsteppe bieten, doch das Gefühl der Enge sollte für den Hund nicht aufkommen. Völlig auszuschließen (in Deutschland auch verboten) ist das Anketten an eine Hütte. Auch eine reine Wohnungshaltung ist für mich tabu. Zwinger, besser gesagt eingezäunte Gehege, sind leider nicht immer unumgänglich, doch sollten diese dann nur für wenige Stunden die Ausnahme bleiben. Der Idealfall ist ein möglichst großes eingezäuntes Grundstück mit dem Haus der (Menschen-)Herde, das auch dem Hund offen steht.

5. Arbeitsmöglichkeiten für die Hunde

Ein Hirtenhund ist von der Anlage her nun einmal ein Arbeitstier und Beschützerhund. Dies will er natürlich auch ausleben können. Entweder zum Schutz seiner Herde, oder zur Bewachung des Wohngrundstückes. Dem müssen wir gerecht werden, aber uns auch im klaren sein, was dies bedeutet und entsprechend agieren. Fremde, die SEIN Grundstück betreten sollen, müssen ihm von uns vorgestellt werden. Bei Spaziergängen, vor allem wenn der Hund angeleint ist, kann es bei plötzlichen Begegnungen zu unliebsamen Überraschungen kommen. Auch ein unproblematisches Verhalten in einem ihm bekannten Spiel- und Freizeitrudel, kann bei einem neu hinzukommenden Hund zunächst zu Ablehnungsreaktionen führen. Vom Körperbau und seinem Wesen her sind Agility oder ähnlich Beschäftigungen nach meinem Dafürhalten nichts für Hirtenhunde. Fahrradtouren hingegen, solange diese nicht in endlose Hochgeschwindigkeitstouren ausarten, begleitet ein Hirtenhund nach gemachten Erfahrungen gern.

6. Die finanziellen Voraussetzungen für Futter, Tierarzt, Versicherung, Steuer, Sonderanschaffungen etc.

Ich veranschlage diese auf ca. 1.500 EUR pro Jahr und Hund.

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Hirtenhunderassen
Die Rasse Kangal: Mythos oder Realität?

(wird fortgesetzt)